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Ein Saiteninstrument, das mit dem Mund gespielt wird? Gibt es das überhaupt? Klar gibt es das, ich präsentiere: die K’ni Mundgeige!

Geschichte

Ursprünglich kommt die K’ni aus Vietnam und ist dort ein traditionelles Instrument der im zentralen Hochland lebenden ethnischen Minderheiten – die Gia Rai, Ba Na, Xo-dang und Ro-Ngao. Früher wurde es hauptsächlich in den kommunalen Einrichtungen dieser gespielt, im privaten Raum war das Spielen des K’ni lange Zeit nicht erlaubt. Die entstehenden, mystischen Klänge machten den Spieler nämlich in den Augen der Gia Rai und Co. zu einem göttlichen Vermittler. Außerdem wurde vermutet, dass das Instrument ein Kommunikationskanal für verstorbene Seelen und Geister sei. Unheimlich, oder?

Aufbau

Bei der K’ni Mundgeige handelt es sich um ein einsaitiges Instrument, der Korpus besteht meistens aus einem Bambusstab. Mit einem Bogen erzeugt der Spieler die Töne. Die Besonderheit des Instruments ist aber der fehlende Resonanzkörper. Stattdessen dient der Mund des Spielers als Resonanzraum. Während die Saiten mit dem Bogen gestrichen oder geschlagen werden, kann der Spieler durch einen mehr oder weniger weit geöffneten Mund, die Töne modulieren.

Dies ermöglicht ihm ein kleines Blättchen, das über einen Baumwollfaden mit der Saite verbunden ist und hinter die Zähne geklemmt wird. So verlagert der Resonanzraum sich in die Mundhöhle. Die dabei entstehenden Klänge hören sich oft an wie richtiger Gesang. Kein Wunder also, dass das K’ni auch das „Singende Instrument“ genannt wird!

Wie sich das anhören soll? Na, wie in diesem Video, in dem ihr euch von den K'ni-Künsten eines Vietnamesen überzeugen lassen könnt!

Ob gewöhnliche Geige oder Mundgeige, bei uns kannst du (fast) alles lernen!

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