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Bevor wir Takadimi gründeten, haben wir 200 Fragebögen an Musiklehrer in ganz Deutschland verschickt und viele Musiklehrer aus unserem Freundeskreis und aus dem Umfeld der HMT Leipzig interviewt. Die Ergebnisse decken sich mit den Angaben einer Umfrage von Ver.di: Viele Lehrer sind unzufrieden mit der Entwicklung, dass zunehmend prekäre Honorarverträge statt Anstellungsverträge ausgegeben werden. Die Risiken und Lasten werden auf die Rücken der Lehrer gelegt.

“Die derzeitigen Honorarsätze sind nicht mehr zeitgemäß und führen dazu, dass künftig qualifizierte Lehrkräfte nicht mehr an der Musikschule unterrichten beziehungsweise diese verlassen.” – SPD Fraktionsvize in Leipzig: Heiko Oßwald

Es steht nicht gerade rosig um den Verdienst von Musiklehrern: Laut einer Studie des Kulturrates verdienen selbständige Kulturschaffende aus der Sparte Musik (dazu gehören freie Musiklehrer) 13.154€ für Männer und 10.228€ für Frauen.

Ver.di kommt zu einem ganz ähnlichen Ergebnis für die Honorarkräfte an Musikschulen:

"Das Jahreseinkommen der vielen freien Mitarbeiter ist mit bundesweit durchschnittlich 12.404 Euro brutto erschreckend niedrig und weiter gesunken. 2008 waren es im Durchschnitt noch 13.330 Euro. Mit 1.030 Euro monatlichem Brutto gehören die hoch qualifizierten Lehrkräfte der deutschen Musikschulen zum Prekariat."

Die Faktenlage und der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung führen dazu, dass immer mehr qualifizierte Lehrer lieber freien Musikunterricht zu Hause oder in kleinen privaten Musikschulen geben, als den Bedingungen der Musikschule unterworfen zu sein. Für professionellen Musiker ist privater Unterricht von Vorteil: Konzerte, CD-Aufnahmen und Band-Touren machen es schwer, die vorgegebenen Termine der Musikschule einzuhalten. Sie ziehen flexible Unterrichtszeiten in Absprache mit dem Schüler und nicht mit der Musikschule vor. Ebenfalls sind die meist langen Anfahrtswege zur nächsten Musikschule zeitaufwendig.

"Zusammenschlüsse mehrerer freiberuflicher Musikpädagogen auf Plattformen und in Arbeitskreisen, weiterhin bestehende künstlerische Tätigkeit und die Werbung in eigener Sache sind unabdingbar."

Mit der Existenzgründung sind private Lehrer vor viele Herausforderung gestellt, die bislang die Musikschule für sie übernommen hat: Neue Schüler finden, Bereitstellung der Unterrichtsräume, Vertragsgestaltung, Unterrichtsverwaltung und vieles mehr. Geeignete Marketingmaßnahmen, wie die eigene Website, Flyer, Plakate und Anzeigenschaltung erschweren zusätzlich den Einstieg in die Selbstständigkeit. Oft dauert es sehr lange, bis sich das Angebot über verschiedene Marketingkanäle etabliert hat und es gelingt, eine ausreichende Anzahl an Schülern zu gewinnen.

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